Warum „Heldinnen des Alltags“?


Die Entstehung der Idee zur Ausstellung

„Hallo, es war ja gerade der 8. März, der internationale Frauen*tag. Wir möchten gerne Frauen* mit ihren Stärken zeigen und suchen deshalb „Heldinnen des Alltags“. Sind Sie vielleicht eine „Heldin des Alltags?“

Bei einer Fotoaktion im März 2015 fragten Mitarbeiterinnen der Suchtberatungsstelle FrauenZimmer Passantinnen in der Freiburger Innenstadt, ob sie sich Heldin des Alltags nennen könnten und wenn ja, warum? Viele folgten der Einladung, sprachen über ihre ganz normalen Heldinnen-Leistungen, die sie alltäglich vollbringen, ohne sie als solche wahrzunehmen. Die Fotografin Margrit Müller portraitierte diese Frauen* - heraus kamen mehr als 40 berührende Bilder von Heldinnen des Alltags.

Auch heute noch werden die wenig anerkannten und oft unzureichend entlohnten – aber systemrelevanten – Tätigkeiten (z.B. Erziehung, Pflege) vorwiegend von Frauen* ausgeübt. Als Folge geben sich Frauen* und Mädchen* zum einem meist selbst keine Anerkennung für ihre alltäglich geleisteten Aufgaben. Zum anderen wird der gesellschaftspolitische Einfluss von Frauen* und Mädchen* systematisch eingeschränkt.

„Ich bin eine Heldin des Alltags, weil ….“: Das Entdecken, Wertschätzen und Sichtbarmachen der scheinbar selbstverständlichen Leistungen und Fähigkeiten stärkt Frauen* und Mädchen* in ihrem Selbstwert und in der immer noch aktuellen Forderung nach gleichberechtigter Teilhabe von Frauen* und Mädchen* an den sozialen, finanziellen und gesellschafts­politischen Ressourcen. So kann die Übernahme von Eigenverantwortung und die Gestaltung eines zufriedenen Lebens gelingen.
Mit der Ausstellung werden Frauen* und Mädchen* mit ihren oft unterschätzten Kompetenzen in den Mittelpunkt gerückt und es wird ihnen und ihren Leistungen ein Gesicht gegeben.

Das FrauenZimmer-Team

Der Verein FrauenZimmer e.V. gründete sich mit dem Ziel sucht­gefährdeten und abhängigen Frauen und Mädchen adäquate Unterstützungsformen zu eröffnen. In den Frauenräumen der Beratungsstelle erhalten Frauen und Mädchen die Möglichkeit, sich mit ihrer derzeitigen Lebenssituation auseinanderzusetzen.
Die Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle unterstützen die Frauen und Mädchen darin, ihre Fähigkeiten und Stärken wieder zu entdecken, sowie neue Perspektiven und suchtfreie Handlungs­strategien zu entwickeln. Die Wünsche, Bedürfnisse und Vorstellungen der Frauen und Mädchen sind Ausgangspunkt der gemeinsamen Arbeit.

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Die Fotografin Margrit Müller

1965 im Schwarzwald geboren. Seit 1998 selbständige Fotografin.
Naturkind mit sehender Seele. Fotografin in Stadt und Land.


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